Die Piraten kamen immer näher.
Dann knackte das Funkgerät.
„Gebt uns eure Forschungsergebnisse – oder euer Leben!“
Professor X blickte hinaus auf das dunkle Meer.
„Wenn ihr unser Leben nehmt, sind auch die Forschungsergebnisse verloren. Dann könnt ihr eure eigene Lebenszeit nicht verlängern. Das wäre kein guter Deal.“
Lange war nur das Rauschen des Meeres zu hören.
Die Piraten berieten sich.
Schließlich meldete sich ihr Anführer:
„Dann machen wir einen Deal. Ihr gebt uns die Forschungsergebnisse. Dafür bekommt ihr Gold und Juwelen. Und wir stellen euch unter unseren Schutz.“
Professor X sah zu Herrn Zack und Frau Feuerstein.
„Gold, Juwelen und Sicherheit.
Dann brauchen wir keine Kapitalerhöhung.
Wir hätten genug Kapital, um unsere Forschungsergebnisse bis zum erwarteten Ziel zu bringen.“
Langsam streckte er seine Hand aus.
„Einverstanden.“
Die Schiffe rückten zusammen.
Noch wenige Zentimeter trennten die Hände von Professor X und dem Piratenkapitän.
Dann schoss mit einem gewaltigen Platschen eine Gestalt aus den schwarzen Wellen.
Eine Meerjungfrau!
Ihr langes, goldenes Haar glitzerte im Mondlicht.
Ihre Augen leuchteten in einem tiefen, strahlenden Blau, als würden die Tiefen des Meeres selbst darin leben.
Ihr Gesicht war von außergewöhnlicher Schönheit.
Ihr Oberkörper wirkte elegant, weiblich und vollkommen harmonisch, während unterhalb der Wasseroberfläche eine prächtige, silbrig-blaue Schwanzflosse schimmerte.
Für einen Augenblick war jeder sprachlos.
Doch in ihren leuchtenden Augen lag keine Verführung.
Dort lag Angst.
Sie schlug Professor X die Hand weg.
„Nein!“
Die Meerjungfrau sah ihn eindringlich an.
„Verkaufe deine Seele nicht an die Seelenlosen.“
Der Piratenkapitän brüllte:
„Schnappt sie!“
Die Meerjungfrau wandte sich ein letztes Mal an Professor X.
„Gold kannst du verlieren. Juwelen kannst du ersetzen. Aber deine Werte bekommst du niemals zurück, wenn du sie einmal verkauft hast.“
Dann verschwand sie in den Wellen.
„Tauchgang!“, rief Herr Zack.
Schotten schlossen sich. Motoren dröhnten. Wasser schoss über das Deck.
Die Piraten feuerten.
Ein Einschlag erschütterte das Schiff.
Das Schiff der DNA AG tauchte.
Zehn Meter.
Zwanzig.
Fünfzig.
Hundert Meter.
Die Oberfläche verschwand über ihnen.
Das Schiff sank immer tiefer in die Dunkelheit.
Professor X blickte auf die Navigationskarte.
„Kurs Nord.“
Herr Zack sah ihn überrascht an.
„Zum Nordpol?“
Professor X nickte.
„Zu den Eisbären.“
Das außergewöhnliche Forschungsschiff nahm Kurs auf die eisigen Gewässer des hohen Nordens.
Professor X wusste genau, dass die Piraten die Kälte fürchteten. Je weiter die Temperaturen sanken, desto größer wurden ihre Schwierigkeiten – und desto besser standen die Chancen ihnen zu entkommen.
Stunden vergingen.
Das Wasser wurde kälter.
Dann tauchte das Schiff langsam wieder auf.
Vor ihnen erstreckte sich eine endlose weiße Welt.
Eis.
Nebel.
Stille.
Herr Zack atmete erleichtert auf.
„Wir haben sie abgehängt.“
Professor X antwortete nicht.
Er blickte durch das Bullauge.
Am Horizont bewegte sich etwas.
Golden schimmerndes Haar.
Dann war es verschwunden.
Professor X blinzelte.
„Herr Zack … haben Sie das auch gesehen?“
„Was?“
Professor X sah wieder hinaus.
Nichts.
Nur Eis und Nebel.
Auf dem Funkgerät knackte es.
Eine Stimme sagte leise:
„Professor X …“
Er erstarrte.
Es war die Stimme der Meerjungfrau.
Dann herrschte wieder Stille.
Professor X legte langsam die Hand auf das Funkgerät.
„Wir sind den Piraten entkommen. Jetzt gehört die Zukunft uns. Wir haben den menschlichen DNA-Code entschlüsselt. Zwei zusätzliche Lebensjahre sind erst der Anfang – vielleicht werden es zehn, zwanzig oder hundert. Vielleicht finden wir eines Tages sogar den Weg zur Unsterblichkeit.“
Eine Frage, bliebe aber noch im Raum stehen:
wird das Kapital reichen, um unsere Forschungsergebnisse zu vollenden oder werden wir eine Kapitalerhöhung am Aktienmarkt tätigen.
Bald gibt es Antworten auf die Frage
4 Kommentare
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i ain't reading all that. im happy for you tho, or sorry that happened.
Fehlt noch der marsianische Text als Kommentar. Aber besser als garnichts 🙄